pan de 150Hamburg. - Die Bekämpfung der Malaria kann deutlich verbessert werden, wenn betroffene Menschen mehr Informationen und Unterstützung zur Selbsthilfe erhalten. Dies zeigen aktuelle Ergebnisse eines Malaria Pilotprojektes des Pestizid Aktions-Netzwerks (PAN) im Senegal. Das Projekt setzt dabei auf bessere Aufklärung statt des Einsatzes von Insektiziden wie DDT.

Das klassische Maßnahmenpaket, die Nutzung von Insektizid-behandelten Bettnetzen, das Besprühen von Wohnräumen mit Insektiziden und die schnelle Behandlung von Erkrankten, drohe wirkungslos zu werden, so PAN. Die Erreger und die Überträger-Mücken würden zunehmend resistent gegen die verwendeten Insektizide und Medikamente und es werde erwartet, dass bald weniger Geld für die Programme zur Verfügung stehe. Zudem werde häufig noch der persistente Schadstoff DDT eingesetzt. Das PAN Pilotprojekt zielt mit der Mobilisierung der Bevölkerung und Umwelt-Management-Maßnahmen auf die lokalen Ursachen der Malaria ab.

In einem Pilotprojekt im Senegal (Region Niayes), das im Februar abgeschlossen wurde, haben PAN Afrika und PAN Germany gemeinsam mit Partnern in der Projektregion erfolgreich neue Wege der Malariabekämpfung erprobt. Die Menschen vor Ort erhielten gezielte Informationen über die Ursachen der Krankheit und waren so in der Lage, die Anzahl der potentiellen Moskito-Brutstätten und damit den Infektionsdruck in Selbsthilfe zu verringern.

PAN erstellte und vermittelte konkret angepasstes Informationsmaterial, führte Trainings durch und übernahm die Produktion von Radio-Programmen. Damit habe die betroffene Bevölkerung erstmals wirklich Zugang zu Informationen über die Ursachen der Malaria erhalten, berichtete PAN. Die Menschen erfuhren, dass sie selbst erheblich mehr dazu beitragen können, das Problem an der Wurzel zu packen, als bis dahin geschehen. Marième Fall, eine Bewohnerin des Dorfes Beer: "Das Projekt hat uns geholfen, besser zu verstehen, wie wir uns gegen Malaria schützen können."

Den Menschen im Projektgebiet war vor dem Pilotprojekt beispielsweise nicht bewusst, dass sogar kleine Wasserstellen jenen Mücken, die Malaria übertragen, als Brutstätte dienen können: etwa Müll, in dem sich Wasser ansammelt, kleine überwachsene Gräben, Abwasserpfützen, offene Toiletten oder offene Wassertonnen. Ihnen war auch nicht bewusst, dass Schweißgeruch und im oder am Haus gelagerte Lebensmittelreste oder Abfälle die Mücken anlocken.

Im Vordergrund des Projektes standen Maßnahmen, die darauf abzielten, die Lebens- und Fortpflanzungsbedingungen der Überträger-Mücken zu verschlechtern und die durch die ländliche Bevölkerung selbst umgesetzt werden können. "Für uns sind dies vielversprechende Ansätze, weil sie beim Kampf gegen Malaria helfen", erklärte Dr. Gueye vom Nationalen Malariaprogramm in Senegal.

PAN Africa/PAN Germany (2013): Combating Malaria without DDT in Beer Senegal – Report on a pilot project to raise awareness of the causes of malaria and initiate non-chemical methods and activities for its prevention. (22 Seiten - Langfassung) Download: http://tinyurl.com/ayjqkc3

www.pan-germany.org


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