hunger kind china wfp 200Berlin. - Fast jeder dritte Mensch auf der Welt leidet unter Hunger oder Mangelernährung. Darauf hat die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Gudrun Kopp (FDP), anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober hingewiesen. Kopp sieht dennoch "ermutigende Erfolge" im Kampf gegen den Hunger.

"Hunger, bei wachsender Bevölkerung Mangelernährung sind drängende Herausforderungen. Die Erfolge der vergangenen Jahre zeigen deutlich: Eine Welt frei von Hunger und Mangelernährung ist möglich", betonte Kopp. "Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit legt einen Schwerpunkt auf Ernährungssicherung, Landwirtschaftsförderung und ländliche Entwicklung als Schlüsselfaktoren für eine nachhaltige Entwicklung. Deutschland unterstützt daher ambitionierte Ziele der internationalen Gemeinschaft."

Fast zwei Milliarden Menschen leiden laut BMZ weltweit unter Hunger oder Mangelernährung. "Gesunde, ausreichende, bezahlbare Nahrungsmittel für alle zur Verfügung zu stellen, ist ein zentrales Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Das BMZ investiert jährlich rund 700 Millionen Euro in ländliche Entwicklung, Landwirtschaftsförderung und Ernährungssicherung."

Diese Investitionen zeigten Wirkung, so Kopp. In Burkina Faso, wo sich das BMZ seit vielen Jahren erfolgreich im Landwirtschaftssektor engagiere, seien Hunger und Mangelernährung gravierende Entwicklungsprobleme - jedes dritte Kind sei unterentwickelt. Mit einem Vorhaben zur nachhaltigen Bewässerungslandwirtschaft in Talauen sei es aber gelungen, die Einkommen der beteiligten Familien um 40 Prozent zu steigern und die Ernährung gerade auch in den so genannten "Hungermonaten" ohne Ernte deutlich zu verbessern.

Die FAO berichtete aus Anlass des Welternährungstages, im Zeitraum 2010-2012 seien 868 Millionen Menschen weltweit chronisch unterernährt gewesen. "Vor allem in Krisenzeiten wie etwa Dürren oder kriegerischen Konflikten sehen viele Menschen nur noch in der Flucht nach Europa eine dauerhafte Chance auf ein besseres Leben", erklärte Corinna Blume, Expertin für Humanitäre Hilfe bei World Vision Deutschland. "Deshalb kommt es darauf an, die Widerstandskraft der betroffenen Bevölkerung gegenüber solchen besonders harten Zeiten nachhaltig zu erhöhen." 



Einer der besonders betroffenen Staaten ist Somalia. Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs und wiederkehrender Dürren lebt ein Großteil der Bevölkerung in absoluter Armut. "Viele der Flüchtlinge nach Lampedusa stammen aus dieser Region", erklärt Corinna Blume. "In ihrer Heimat sehen sie keine Chance auf eine bessere Zukunft."

Das will ein Konsortium von sieben Nichtregierungs-Organisationen dauerhaft ändern: mit einem auf fünf Punkten basierenden Programm namens "Secure the Future" ("Die Zukunft sichern") . Das groß angelegte Programm umfasst alle wesentlichen Aspekte von Armutsbekämpfung, etwa Schulungen von Landwirten und Viehzüchtern, die Unterstützung von Produktionsgemeinschaften, Katstrophenvorsorge, Wiederaufforstung und der Aufbau von Spar- und Kreditgruppen. 

Das Projekt ist auf eine Dauer von mindestens fünf Jahren angelegt und erreicht über 70.000 Haushalte. Dafür investieren die Hilfsorganisationen zunächst etwa 40 Millionen US-Dollar, angestrebt ist ein Volumen von 80 Millionen US-Dollar in den kommenden Jahren. Finanziert wird das Programm unter anderem von der schwedischen, dänischen und amerikanischen Regierung und privaten Spendern.


"Im Distrikt Dollow in Südzentral-Somalia haben wir bereits ein Pilotprojekt gestartet," berichtet Corinna Blume. "Nach und nach wird 'Secure the Future' dann auch auf andere Teile des Landes ausgeweitet. In der Bündelung unserer Kräfte sehen wir eine hervorragende Möglichkeit, die Ernährungssituation der Menschen dauerhaft zu verbessern. Das wird nicht sofort dazu führen, dass Menschen in Somalia nicht mehr ihre Heimat Richtung Europa verlassen. Aber 'Secure the Future' wird Vielen eine Perspektive zum Bleiben bieten."

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