AABerlin (epo). - Die Bundesregierung hat den "Bericht zur Auswärtigen Kulturpolitik 2004" im Kabinett verabschiedet. Der Bericht bietet einen Überblick über die deutsche Kultur- und Bildungspolitik im Ausland als integraler Bestandteil der deutschen Außenpolitik. Er illustriere dies an Beispielen, teilte das Auswärtige Amt (AA) am Mittwoch mit.

Zu den Schwerpunkten der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) im Jahr 2004 gehörten laut AA der Europäisch-Islamische Kulturdialog, die Verstärkung der deutschen kultur- und bildungspolitischen Präsenz in Mittel- und Osteuropa und die Fortsetzung der Werbung für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland.

Für diese Aufgaben standen im Haushalt des Auswärtigen Amtes 543,6 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesen Mitteln förderte das Auswärtige Amt 13 Organisationen institutionell. Außerdem förderte das AA im Jahr 2004 spezifische Projekte im Wert von insgesamt 201,9 Mio. Euro. 129 Mio. Euro davon gingen in Stipendien- und Austauschprogramme zur Festigung des Studien- und Wissenschaftstandorts Deutschland. Mit 174,6 Mio. Euro wurden die deutschen Auslandsschulen gefördert.

Im Berichtszeitraum sei erneut deutlich geworden, dass tragfähige internationale Beziehungen eines kulturellen Fundaments bedürfen, so das AA. Deswegen sei die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik neben der Pflege der auswärtigen politischen Beziehungen und der Außenwirtschaftsförderung eine der drei Säulen der deutschen Außenpolitik. Die außenpolitische Dimension des zwischengesellschaftlichen Dialogs sei nicht zuletzt nach dem 11. September deutlich geworden.

Ihre größtmögliche Wirkung über ihren kulturellen Eigenwert hinaus entfaltet die AKBP nach Ansicht des AA durch die enge Verzahnung mit den anderen Feldern der Außenpolitik. Im Zusammenspiel aller drei Bereiche verfolge die deutsche Außenpolitik ihr übergeordnetes Ziel, Frieden und Stabilität zu wahren, Demokratie zu fördern und die Menschenrechte zu schützen.

Das deutsche Engagement in Afghanistan sei ein positives Beispiel, so das Auswärtige Amt: Parallel zu den politischen und militärischen Stabilisierungsmaßnahmen würden dort nach über 20 Jahren Krieg und Bürgerkrieg mit deutschen Mitteln Schulen und Universitäten wieder aufgebaut, Lehrpläne aufgestellt, Kulturtechniken vermittelt und Schüler, Lehrer und Hochschuldozenten ausgebildet. Nur in dieser Kombination der Instrumente könne es gelingen, den Wiederaufbau der Zivilgesellschaft wirksam fördern und damit den Frieden in Afghanistan dauerhaft zu sichern.

Auch innerhalb Europas bleibe die AKBP ein wichtiger Bestandteil der deutschen Außenpolitik. Die Hindernisse im europäischen Verfassungsprozess hätten die kulturelle Dimension der europäischen Einigung wieder verstärkt ins Blickfeld gerückt. Mit Projekten wie dem deutsch-polnischen Jahr 2005/2006 oder der Erarbeitung eines gemeinsamen deutsch-französischen Geschichtsbuchs bringe die AKBP den Menschen die kulturelle Vielfalt Europas und die gemeinsamen kulturellen Wurzeln näher.

Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist für das AA außerdem eine Investition in Deutschlands Zukunft. Durch sie gewännen Gesellschaft, Wirtschaft und Politik wichtige und verlässliche Partner in der Welt.

Der "Bericht zur Auswärtigen Kulturpolitik 2004" ist auf der Website des Auswärtigen Amtes abrufbar

Auswärtiges Amt


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