Weltpolitik

misereorFrankfurt. - Die Stadt Frankfurt wächst aktuell jährlich um etwa 15.000 Einwohner. In der indischen Hauptstadt Delhi kommen im selben Zeitraum durchschnittlich 800.000 Einwohner dazu. Auf diesen Megatrend hat Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, beim Kongress "Entwicklung findet Stadt" in Frankfurt hingewiesen. Im Jahr 2050 würden Prognosen zufolge gut 66 Prozent der Weltbevölkerung, etwa sieben Milliarden Menschen, in Städten leben, sagte Messner bei der zweitägigen Veranstaltung, die das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR anlässlich seines 60-jährigen Bestehens gemeinsam mit der Zeitschrift Concilium veranstaltete.  

Berlin. - Die deutsche Bundesregierung hat die Erklärung zum Schutz von Schulen in bewaffneten Konflikten ("Safe Schools Declaration") unterzeichnet. Die Deklaration war am 28. Mai 2015 auf einer internationalen Konferenz in Oslo verabschiedet worden. Zahlreiche Entwicklungsorganisationen haben den deutschen Beitritt zur Safe Schools Declaration begrüßt. Deutschland ist das 75. Land, das die Erklärung unterschrieben hat.

venHannover. - Der Niedersächsische Landtag beschäftigt sich am Donnerstag mit Waffenlieferungen aus Niedersachsen in Krisen- und Konfliktregionen. Der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN) hat die kritische Auseinandersetzung im Landtag  ausdrücklich begrüßt. Exporte von Rüstungsgütern in Krisen- und Konfliktgebiete müssten strikt unterbunden werden, erklärte der Verband.

facing finance 100Genf. - Vom 9. bis 13. April berät die Staatengemeinschaft im Rahmen der UN-Waffenkonvention in Genf über den Umgang mit autonomen Waffensystemen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob Menschen zukünftig die Entscheidung über Leben und Tod an Maschinen delegieren sollen. Während sich immer mehr Staaten für eine internationale Regulierung dieser Waffen aussprechen, versuchten Militärmächte wie die USA und Russland die Gespräche auszusitzen, kritisiert Facing Finance. Doch auch Deutschland und Frankreich, die sich als besonnene Wegbereiter inszenierten, verschleppten und blockierten ein völkerrechtlich verbindliches Verbot.

handicap internationalMünchen. - Die Vereinten Nationen erinnern am 4. April an die Gefahren durch Landminen und vergleichbare Waffen. Während der letzten drei Jahre ist die Zahl der Opfer durch Minen und Blindgänger um 150 Prozent angestiegen. Das hat die Hilfsorganisation Handicap International berichtet. Die explosiven Kriegsreste, die oft sehr lange nach einem Krieg verborgen in Feldern, Straßen oder Ruinen liegen, töten und verletzen zu 90 Prozent Zivilisten. 

Nürnberg. - Fünf Jahre lang haben drei von Jesuiten getragene Institutionen zum Thema Steuergerechtigkeit und Armut in Deutschland, Kenia und Sambia geforscht. Am Montag haben sie die Ergebnisse des Forschungsprojekts "Steuergerechtigkeit und Armut" veröffentlicht. Demnach gibt es überraschende Parallelen in den drei sehr verschiedenen Ländern. Das deutsch-afrikanische Forschungsprojekt betont insbesondere die Zusammenhänge von unerlaubten und illegalen Finanzströmen und wachsender Armut. 

venro 200Berlin. - In Buenos Aires findet am Montag und Dienstag das Treffen der Finanzminister der G20 statt. VENRO, der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe, erwartet vom neuen Bundesfinanzminister Olaf Scholz, dass er sich politisch für mehr Steuergerechtigkeit weltweit einsetzt. Die neue Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag verpflichtet, Steuerflucht und Steuervermeidung zu bekämpfen. Beides schwächt die Volkswirtschaften des globalen Südens und insbesondere die Länder Afrikas immens.

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