cbmBensheim. - Trinkwasser verteilen, Verletzte medizinisch versorgen und Not-Zelte aufbauen - nach einer Katastrophe muss es vor allem schnell gehen. Menschen mit Behinderungen erreicht diese Hilfe allerdings oft nicht. Deshalb leisteten Mitarbeiter der Christoffel-Blindenmission (CBM) in diesem Jahr unter anderem beim Erdbeben in Nepal, beim Wiederaufbau nach dem Taifun auf den Philippinen und den Überschwemmungen in Malawi Nothilfe. Zum Welttag der humanitären Hilfe (19. August) erinnert die CBM an diese Helfer in der Not.

"Menschen mit Behinderungen sind bei Katastrophen oft die ersten, die vergessen werden, und die letzten, die Hilfe erhalten", sagt CBM-Geschäftsführer Rainer Brockhaus. "Häufig verlieren sie in Notsituationen Hilfsmittel wie ihren Taststock oder das Hörgerät und sind dann auf die Hilfe anderer angewiesen. Daher ist es so wichtig, dass unsere Mitarbeiter vor Ort sind."

Allein in den ersten drei Monaten nach dem Erdbeben in Nepal unterstützten die CBM und ihre Partner 15.000 Menschen bei Noteinsätzen. Orthopäden und Physiotherapeuten halfen mehr als 2.500 Verletzten und Ärzte führten fast 800 Operationen durch.

Einer der Helfer in Nepal war der lokale CBM-Mitarbeiter Ashok Shah: Er reiste eine Woche nach dem ersten Erdbeben in Nepal mit dem Bus in eine der am stärksten betroffenen Regionen. Er war geschockt über die Situation im Dorf Sipaghat. Die meisten Lehmhäuser waren komplett eingestürzt, überall musste man über Schutt steigen und ein modriger Geruch lag in der Luft. Ihm war klar, dass die CBM-Hilfslieferung für die 1000-Einwohner-Gemeinde dringend gebraucht wurde. Denn im Gepäck hatten sie neben Medikamenten auch sauberes Wasser und ein wenig Essen, das er und die Kollegen verteilten.

Er war froh, helfen zu können. Gleichzeitig aber dachte er viel an seine Familie, die er zurückließ. "Ich muss daran denken, welche Angst meine Familie nach dem großen Beben hatte, wie sie bei den kleinsten Nachbeben mehrmals in der Nacht rausrannte", gibt Ashok Shah zu. Wie er haben viele Helfer ihre eigenen Familien alleine gelassen, um andere Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. "Unsere Mitarbeiter und die der Partner vor Ort handeln beeindruckend selbstlos. Sie stellen die Hilfe für andere Menschen über ihre eigenen Bedürfnisse. Ihnen gilt mein Respekt und mein Dank", betont Brockhaus.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 672 Projekte in 65 Ländern.

Quelle: www.cbm.de 


Back to Top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok