solarpark bmu 720

Berlin. - Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützen mit einem 654 Millionen Euro-Kredit den Bau des weltweit größten Solarkraftwerk-Komplexes in der Region Ouarzazate in Marokko. Damit treibe die Bundesregierung den internationalen Klimaschutz und den Ausbau Erneuerbarer Energien in Nord-Afrika voran, meldete das BMZ am Montag in Berlin.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat im Auftrag von BMUB und BMZ die Darlehensverträge für den Bau von zwei Solarkraftwerken als wesentlichen Teil des weltweit größten Solarkraftwerk-Komplexes in der Region Ouarzazate in Marokko unterzeichnet. Deutschland stellt Entwicklungskredite in Höhe von insgesamt 654 Millionen Euro für die Errichtung eines Solarturmkraftwerks sowie eines Parabolrinnenkraftwerks zur Verfügung. Beide Kraftwerke zusammen sollen über eine elektrische Leistung von 350 MW verfügen. Dies entspricht der Leistung eines mittelgroßen konventionellen Kraftwerkblocks.

Bei den beiden Solarkraftwerken handelt es sich um hochinnovative Technologien, die zum Teil erstmals in dieser Größenordnung zum Einsatz kommen. Damit wird es Marokko ermöglicht, einen großen Schritt in Richtung einer klimafreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung zu machen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: *Durch unsere Unterstützung zeigen wir, dass Deutschland seine Verantwortung für den globalen Klimaschutz ernst nimmt. Die weltweite Transformation der Energiesysteme ist Schlüssel für einen erfolgreichen Klimaschutz. Für Entwicklungsländer wie Marokko, die in hohem Maße von fossilen Energieträgern und Energieimporten abhängig sind, ist der Ausbau von Erneuerbaren Energien die Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung. Durch seinen ambitionierten Solarplan ist Marokko ein Vorbild in der Region und darüber hinaus. Wir freuen uns, dass wir heute einen entscheidenden Beitrag zur Unterstützung Marokkos auf diesem Weg und zur Marktentwicklung innovativer und zukunftsträchtiger Klimatechnologien leisten können*.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: *Der Solarkomplex in Ouarzazate zeigt sehr deutlich, dass Ökonomie und Ökologie sich nicht ausschließen, sie sind Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung. Klima- und Ressourcenschutz sind Schwerpunkte unserer entwicklungspolitischen Arbeit. Wir unterstützen unsere Partnerländer dabei, innovative und auf die nationalen Bedarfe abgestimmte Lösungen für die Energieversorgung zu finden. Wir zeigen so ganz konkret, wie partnerschaftliche Zusammenarbeit zum Schutz von globalen Gütern wie dem Klima möglich ist. Die Förderung umweltfreundlicher Technologien im Energiesektor ist auch weiterhin ein wichtiger Teil unseres Engagements in Nordafrika.*

Deutschland ist der wichtigste Partner Marokkos bei der Umsetzung der beiden Vorhaben, an denen auch die Weltbank, die afrikanische Entwicklungsbank, die Europäische Investitionsbank, die französische Entwicklungsbank sowie die Europäische Kommission beteiligt sind. Darlehensnehmer ist die marokkanische Solaragentur MASEN, die den Kraftwerksbau in einer Public-Private-Partnerschaft umsetzen wird.

Die deutschen Gelder werden aus der Internationalen Klimaschutzinitiative des BMUB und der Initiative für Klima und Umweltschutz des BMZ bereitgestellt. BMUB und BMZ leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen. Jährlich können nach Fertigstellung durch den Solarkraftwerk-Komplex Ouarzazate etwa 800.000 t CO2 eingespart werden. Gleichzeitig wird damit aber auch maßgeblich zur Umsetzung des Marokkanischen Solarplans beigetragen, der die Errichtung von 2 Gigawatt Solarenergie bis 2020 vorsieht. Ein erstes Solarkraftwerk wird bereits am Standort Ouarzazate ebenfalls mit Unterstützung der Bundesregierung errichtet. BMUB und BMZ hatten hierfür insgesamt 115 Mio. EUR bereitgestellt.

Im Jahr 2009 hat sich Marokko das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2020 42% der installierten Stromerzeugungskapazität im Land durch Erneuerbare Energien zu stellen. Zu diesem Zweck sollen bis 2020 je 2 Gigawatt Solar-, Wind- und Wasserkraft errichtet werden. Ouarzazate kann zu einem Referenzprojekt für weitere große Solarkraftwerke in der Region, aber auch in anderen sonnenreichen Gebieten der Welt werden. Nach Fertigstellung soll der gesamte Kraftwerkskomplex eine installierte Kapazität von 570 Megawatt haben. Die Weiterentwicklung der *Concentrated Solar Power*-Technologie und die damit verbundene Kostendegression der Technologie kann bei dem Umbau der weltweiten Energiesysteme eine zentrale Rolle spielen.

Die Unterstützung der Entwicklung und des Ausbaus des marokkanischen Solarsektors sind Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des BMUB, mit der seit 2008 gezielt Klima- und Biodiversitätsprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern gefördert werden. Seit dem Start der IKI wurden bislang mehr als 400 Projekte mit einem Fördervolumen von über 1,5 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Das Gesamtvolumen (durch zusätzliche Finanzierung) beträgt etwa 4 Milliarden Euro. Das macht die IKI zu einem wichtigen Bestandteil der deutschen Klimafinanzierung.

Weitere Informationen zu den internationalen Projekten des BMUB finden Sie hier: http://www.international-climate-initiative.com/de/.

Die KfW hat 2007 im Auftrag des BMZ die Initiative für Klima und Umweltschutz (IKLU) ins Leben gerufen. Zwischen 2008 und 2011 wurden über die IKLU mindestens 2,4 Milliarden Euro als zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse für klima- und umweltrelevante Investitionen in Entwicklungsländern bereitgestellt.

Quelle: Medienmitteilung www.bmz.de 


Kommentare   

0 #2 Solstice 2015-01-01 12:16
Angesichts der summen die dort investiert werden fragt sich, wem dort Nutzen entsteht. Die kWh sollte bei der genannten Investitionssumme nahe an 20 cent liegen. Niedrigere Zahlen sind fragwürdig und wohl eher auf direkte oder indirekte Subventionen an MASEN zurück zu führen.
Damit für Marokko ggü. Wind oder PV eine viel zu teure alternative. Das Argument der Speicherbarkeit zählt nicht bei dem kleinen Erzeugungsanteil. Auch profitiert die Deutsche Industrie kaum, wie oft suggeriert. Die hat sich entweder verabschiedet oder würde auch so zum Zuge kommen, weil die Produkte zu gut sind.
Was soll also dieser Subventionsirrsinn? Die Marokkaner zahlen dabei volkswirtschaftlich sogar eher drauf, was ist daran Entwicklungshilfe?
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0 #1 Solstice 2015-01-01 12:16
Angesichts der summen die dort investiert werden fragt sich, wem dort Nutzen entsteht. Die kWh sollte bei der genannten Investitionssumme nahe an 20 cent liegen. Niedrigere Zahlen sind fragwürdig und wohl eher auf direkte oder indirekte Subventionen an MASEN zurück zu führen.
Damit für Marokko ggü. Wind oder PV eine viel zu teure alternative. Das Argument der Speicherbarkeit zählt nicht bei dem kleinen Erzeugungsanteil. Auch profitiert die Deutsche Industrie kaum, wie oft suggeriert. Die hat sich entweder verabschiedet oder würde auch so zum Zuge kommen, weil die Produkte zu gut sind.
Was soll also dieser Subventionsirrsinn? Die Marokkaner zahlen dabei volkswirtschaftlich sogar eher drauf, was ist daran Entwicklungshilfe?
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