amerika 21Buenos Aires/Brasília. - Die Regierung von Argentinien hat die Bedeutung eines Sonderprogramms betont, um Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufzunehmen. Zugleich kritisieren lateinamerikanische Regierungen den Umgang europäischer Regierungen mit einer der größten internationalen Flüchtlingskrisen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff nahm vor allem das Bild des ertrunkenen Flüchtlingsjungen zum Anlass, das Versagen Europas anzuprangern. Das hat das Lateinamerika-Portal amerika21 am Montag berichtet.

Argentinien folgt mit seinem Sonderprogramm dem Beispiel von Uruguay und Brasilien. Beide Staaten haben in den vergangenen Monaten Flüchtlinge aus den arabischen Kriegs- und Krisenregionen aufgenommen. Im Fall von Brasilien sollen bereits 1.700 Personen über ein Sonderprogramm ins Land gekommen sein. Nach Schätzungen haben weitere 4.000 Flüchtlinge über andere Wege die Einreise in die südamerikanische Nation organisieren können.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff erhob indes schwere Vorwürfe gegen die europäischen Staaten. Sie bezog sich dabei vor allem auf das Schicksal eines dreijährigen Flüchtlingsjungen, der vor wenigen Tagen beim Kentern des Schlepperbootes ertrunken und tot an der türkische Küste aufgefunden worden war. Beim Untergang des Bootes kamen auch sein älterer Bruder und seine Mutter ums Leben. Die Tragödie löste international Betroffenheit aus. "Dieses dreijährige Kind ist gestorben, weil es (in Europa) nicht willkommen war", sagte Rousseff: "Es starb, weil es seinem Schicksal überlassen wurde und weil die europäischen Staaten Barrieren gegen die Einreise dieses Kindes errichtet haben." Brasilien stehe Menschen aus aller Welt offen, fügte die linksgerichtete Politikerin an. Zugleich betonte sie, dass in Brasilien von jeher eine Vielzahl von Volksgruppen und Migranten aus aller Welt friedlich zusammenwohnen.

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Quelle: amerika21.de


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