tdh 200Osnabrück. - Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes hat an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages appelliert, das Recht auf Familiennachzug für unbegleitete Flüchtlingskinder nicht einzuschränken.

"Eine Aussetzung des Familiennachzuges für Flüchtlingskinder wäre ein schwerer Verstoß gegen das Kindeswohl gemäß der UN Kinderrechtskonvention. Deren Schutzbestimmungen dürfen nicht im Handstreich außer Kraft gesetzt werden", erklärte Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes. "Wir appellieren an die Abgeordneten des Bundestages, dem Asylpaket II in der eingebrachten Form nicht zuzustimmen."

Die Zusammenführung von Familien schafft für Kinder Sicherheit und hilft ihnen, ihre schlimmen Erlebnisse von Krieg und Flucht zu verarbeiten. "Den Kindern und damit den Schwächsten der Gesellschaft diese Form von Geborgenheit nehmen zu wollen, ist ein zynischer und einem Land wie Deutschland unwürdiger Angriff auf die Menschenrechte von Kindern", so Albert Recknagel. Zudem ist der Familiennachzug entgegen verbreiteten Vorurteilen kein Massenphänomen, sondern betraf im letzten Jahr  lediglich 442 Kinder.

terre des hommes schützt und betreut gemeinsam mit den europäischen terre des hommes-Schwesterorganisationen weltweit 400.000 Flüchtlingskinder, etwa im Nahen und Mittleren Osten und in Aufnahmelagern in Sizilien. In Deutschland fördert terre des hommes psychosoziale Hilfen in Erstaufnahmeeinrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und finanziert Traumatherapien sowie Sprachkurse und Integrationshilfe in Schulen und Kindergärten. Darüber hinaus sind in 30 Städten und Gemeinden ehrenamtliche terre des hommes-Mitglieder aktiv in der Flüchtlingshilfe, so zum Beispiel in Berlin, Hamburg, Hagen, Aachen, München, Weiden, Oberhausen, Siegen, Dortmund und Bremen.

Quelle: tdh.de


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