malteser internationalKöln. - Die Hilfsorganisation Malteser International beobachtet in der Region Mosul im Irak verstärkte Fluchtbewegungen. "Das deutet für uns auf eine baldige Offensive zur Befreiung der Stadt Mosul hin", sagte Sid Peruvemba, Programmdirektor von Malteser International, am Montag in Köln. Um die Menschen zu unterstützen, baue Malteser International deshalb die medizinische Nothilfe für Flüchtlinge in Makhmour aus. Die Stadt Makhmour, rund 70 Kilometer von Erbil entfernt, ist ein erster Anlaufpunkt für Flüchtlinge aus der Region Mosul.

Nachdem die irakische Regierung eine Offensive zur Befreiung der besetzten Großstadt Mosul begonnen und die umliegenden Dörfer teilweise bereits zurückerobert habe, seien derzeit rund 35.000 Menschen neu aus dieser Region in der autonomen Region Kurdistan angekommen, berichtete Malteser International. "Viele der Binnenvertriebenen aus den besetzten Gebieten haben jahrelang keine Ärzte besuchen können. Das Trinkwasser ist verunreinigt, Kinder wurden nicht geimpft und die Hygienezustände sind katastrophal. Es fehlt vor allem an sauberem Trinkwasser und an medizinischer Grundversorgung", erklärte Lisa Hilleke, die für Malteser International in Erbil in der autonomen Region Kurdistan im Nordirak arbeitet.

Das alte Camp und die zusätzlich eingerichteten weiteren Unterkünfte für Flüchtlinge in Dibaga in der Region Makhmour seien völlig überfüllt. "An einer Station teilen sich rund 10.000 Menschen den Platz, der ursprünglich für 6.000 Personen ausgelegt war. Die Situation ist schon jetzt, bevor die tatsächliche Offensive für die Stadt Mosul gestartet ist, äußerst schwierig", so Hilleke.

Um die gesundheitliche Situation der Flüchtlinge zu verbessern, will Malteser International zunächst einen fahrbaren Container mit moderner Medizintechnik, ausgestattet als "mobile Klinik", in die Region Makhmour schicken. Medizinisches Personal soll sich hier um akute und chronische, teilweise jahrelang nicht behandelte Krankheiten kümmern und über ansteckende Krankheiten aufklären.

Aufgrund der zu erwartenden Kampfhandlungen rechnet die Regierung der kurdischen Autonomieregion mit bis zu 500.000 weiteren Flüchtlingen, die Zuflucht im Norden des Iraks suchen werden. Für diesen Fall plant Malteser International den weiteren Einsatz von zwei mobilen Teams und Krankenwagen, um die Erstversorgung der Flüchtlinge an der Grenze zur Autonomen Region Kurdistan zu übernehmen.

Mittlerweile haben im Irak rund 3,4 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen, mehr als die Hälfte leben als Flüchtlinge in der autonomen Region Kurdistan, so die Malteser. Hier habe sich die Bevölkerungszahl in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt. Insbesondere das Gesundheitssystem sei damit völlig überlastet. Gemeinsam mit Partnern setzt sich Malteser International bereits seit August 2014 in den Regionen Erbil und Dohuk für die Versorgung von Flüchtlingen in Camps ein.

Quelle: www.malteser-international.org 


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