kidsrightsindexAmsterdam. - Die internationale Kinderrechtsorganisation KidsRights hat am Montag in Kooperation mit der Erasmus Universität Rotterdam den KidsRights Index 2017 veröffentlicht. Deutschland belegt in diesem Jahr Platz 18 und hat sich somit im Vergleich zum Vorjahr um sechs Plätze verschlechtert. Portugal führt das Ranking dank starker Leistungen in den Bereichen Jugendschutzgesetze, Gesundheit und Bildung an. Das Vereinigte Königreich und Neuseeland bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. So fiel das Vereinigte Königreich von Platz 11 auf Platz 156 und Neuseeland von Platz 45 auf Platz 158 ab.

Der Index ist ein jährlich aktualisiertes globales Ranking, das die weltweite Einhaltung der Kinderrechte, auf einzelne Staaten heruntergebrochen, untersucht. Sein Umfang ist einzigartig, da der Index Daten aus unterschiedlichen, anerkannten Quellen zusammenfasst und gleichzeitig globale Themen und Trends im Bereich der Kinderrechte identifiziert.

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland mit Platz 18 auch in diesem Jahr relativ gut ab. Einzig im Bereich Bildung verzeichnet das Land einen leichten Punkteverlust. "Die deutschlandspezifischen Daten haben sich nicht wesentlich verändert", sagte Ellen Vroonhof, Project Manager bei KidsRights. "Sie zeigen lediglich einen leichten Rückgang bei der Teilnahme von Kindern am Grundschulunterricht. Der Fall von Platz 12 auf 18 ist größtenteils Änderungen in der Rangfolge anderer Länder geschuldet, da die Leistung eines Landes immer an dem der anderen Länder gemessen wird."

GLOBALE TRENDS

Diskriminierung von Minderheiten ist ein alarmierender Trend, der sich im Jahr 2017 überall auf der Welt fortsetzt. Besonders besorgniserregend ist er im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika. Viele gefährdete und marginalisierte Gruppen, einschließlich Geflüchtete und Straßenkinder, werden immer noch weitestgehend diskriminiert. Marc Dullaert, Gründer und Vorsitzender der KidsRights Foundation, fordert alle 165 im Index analysierten Länder dazu auf, Diskriminierung im Jahr 2017 als politische Priorität zu behandeln: "Die Diskriminierung gefährdeter Gruppen von Kindern und Jugendlichen sollte von den Regierungen aller 165 im Index repräsentierten Länder direkt angegangen werden. Sie hindert zukünftige Generationen erheblich daran, ihr Potenzial voll auszuschöpfen."

Der KidsRights Index 2017 zeigt auch deutlich, dass wirtschaftlich starke Länder schwächere Nationen nicht zwingend in ihrer Leistung übertreffen. Der Index beurteilt das Engagement der Länder in Bezug auf Kinderrechte nicht nur absolut, sondern auch gemessen an den Ressourcen, die den jeweiligen Ländern zur Verfügung stehen - dies zeigt u.a. die Platzierung der ärmeren Länder Thailand und Tunesien unter den besten zehn. Beiden Ländern gelingt es, ein befähigendes Umfeld für die Rechte von Kindern zu schaffen. Im Allgemeinen verdeutlicht der Index, dass Industriestaaten es zunehmend verfehlen, entsprechende finanzielle Mittel in die Schaffung eines stabilen Umfelds für Kinderrechte zu investieren. Viele ärmere Staaten verdienen, gemessen an ihrem Budget und ihren Möglichkeiten, sicher Lob für ihre Mühen. Umso mehr ist es dennoch alarmierend, dass einige Industriestaaten ihre Führungsverantwortung vernachlässigen und es versäumen, bestmöglich in die Rechte von Kindern zu investieren.

So landen das Vereinigte Königreich und Neuseeland z.B. aufgrund schwacher Leistungen im Themenbereich 5, "Child Rights Environment", auf den hinteren zehn Plätzen. Die Methodik zur Erreichung der Endnote im Index ist so gestaltet, dass besonders schwache Leistungen in einem Themenbereich nicht durch eine höhere Punktzahl in anderen ausgeglichen werden können. Der Index behandelt alle Kinderrechte gleichrangig.

Im Durschnitt schneiden Länder auf der ganzen Welt gut bei der Etablierung von Rechtsvorschriften ab. Dazu zählt z.B. der Indikator, der bestehende rechtliche Rahmenbedingungen misst, um Kinderrechte zu schützen und zu fördern. Viele Länder haben in den letzten Jahren neue Kinderschutzrechte verabschiedet. Nichtsdestotrotz entsprechen viele dieser Gesetze nicht den Prinzipien und Bestimmungen der UN-Kinderrechtskonvention (CRC), die der entscheidende internationale Maßstab ist.

GESAMTWERTUNG

Portugal belegt im diesjährigen Index Platz eins, gefolgt von Norwegen, der Schweiz, Island, Spanien, Frankreich, Schweden, Thailand, Tunesien und Finnland. Brunei (111 à 56), Peru (87 à62) und Südafrika (109 à84) verdienen eine besondere Erwähnung, da sie es aufgrund von Verbesserungen in der Schaffung eines befähigenderen Umfelds für Kinderrechte geschafft haben, sich im Vergleich zu letztem Jahr signifikant zu verbessern. Die am schlechtesten abschneidenden Länder des diesjährigen Index sind die Zentralafrikanische Republik, Afghanistan, Sierra Leone, Vanatu, Tschad, Äquatorialguinea, Guinea-Bissau, Neuseeland, Papua-Neuguinea und das Vereinigte Königreich.

=> KIdsrights Index 2017 Report

Quelle: kidsrightsindex.org


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