careBonn. - Nach dem Beginn der Offensive auf Hodeida, die größte jemenitische Hafenstadt, hat die Hilfsorganisation CARE am Mittwoch vor katastrophalen Zuständen für die Zivilbevölkerung gewarnt. Hodeida ist der wichtigste Einfuhrhafen für Lebensmittel und andere Hilfsgüter für Millionen Jemeniten.

"Heute Morgen fanden innerhalb von 30 Minuten mehr als 30 Luftangriffe statt, berichten unsere Kollegen vor Ort. Viele Menschen sind eingeschlossen oder werden aus ihren Häusern vertrieben. Diese Berichte bestätigen unsere schlimmsten Befürchtungen", erklärte Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland, am Mittwoch in Bonn.

Nach Angaben der Vereinten Nationen könnten über 250.000 Menschen in der Stadt durch die Offensive ihre Lebensgrundlage verlieren. "Der Angriff bedeutet Todesgefahr für unzählige Anwohner. Zudem droht die Versorgung von Millionen von Jemeniten zusammenzubrechen." Bereits am Dienstag hatte CARE mit anderen vor Ort tätigen Organisationen darauf hingewiesen, dass Hodeida der wichtigste Einfuhrhafen für Lebensmittel ist und die Preise für Güter des alltäglichen Lebens schon um ein Drittel gestiegen sind. "Wir sind sehr besorgt, dass Teile der Bevölkerung im Land nun eine Hungersnot erleben könnten“, so Zentel.

Der Angriff auf die Hafenstadt Hodeida, das wichtigste Zentrum für Importe, sei "eine Schreckensnachricht, die jetzt alle aufrütteln muss, die Einfluss auf die Kriegsparteien nehmen können", sagte Zentel. "Wir fordern alle Parteien auf, Kampfhandlungen in und um Hodeida einzustellen. Die Menschen sind bereits jetzt am Ende ihrer Kräfte. Sie drohen zu verhungern und können die anhaltende Gewalt kaum noch überleben."

Aktuell gilt der Jemen als die schlimmste humanitäre Katastrophe weltweit. Seit Beginn des Bürgerkrieges verloren über 10.000 Menschen ihr Leben. Mehr als 22 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe und Schutz, über acht Millionen Menschen droht der Hungertod. In der Region Hodeida unterstützt CARE Menschen mit dem Zugang zu sauberem Trinkwasser und Bargeldverteilungen. CARE arbeitet seit 1992 im Jemen und ist eine der wenigen internationalen Hilfsorganisationen, die unter extrem schwierigen Bedingungen mit größtenteils einheimischen Helfern weiterhin humanitäre Hilfe leisten.

Quelle: www.care.de 


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