bmz Berlin. - Die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas steht im Mittelpunkt einer Reise von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) nach Ghana. Dort eröffnet er gemeinsam mit dem ghanaischen Vizepräsidenten Bawumia den Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsgipfel, der alle zwei Jahre von der Subsahara-Afrika-Initiative der deutschen Wirtschaft organisiert wird.

"Afrika ist der Wachstums- und Chancenkontinent der Zukunft. Reformländer wie Ghana, Äthiopien und die Elfenbeinküste wachsen mit über 7 Prozent pro Jahr", sagte Entwicklungsminister Müller. "Aber noch viel zu wenige deutsche Unternehmen sind in Afrika aktiv: nur 1.000 von 300.000 exportorientierten Firmen. In Ghana gerade einmal 80, und das wollen wir in den nächsten zwei Jahren verdoppeln."

Das Entwicklungsministerium (BMZ) habe deshalb ein Entwicklungsinvestitionspaket auf den Weg gebracht: Mit bis zu einer Milliarde Euro würden Investitionen deutscher und auch einheimischer Unternehmen in Afrika gefördert. Zusätzlich würden die Beratungsstrukturen vor Ort ausgebaut. Die so genannten Hermesbürgschaften seien bereits ausgeweitet worden. Das Volumen bei den Exportkrediten sei auch deswegen bereits um gut zwei Drittel angestiegen.

Mit Vizepräsident Bawumia will Müller über die Reformfortschritte im Land sprechen: "Afrika kann und muss selbst mehr leisten. Ghana ist hier Vorreiter und geht bei Reformen voran", sagte Müller. "Diese Anstrengungen zahlen sich aus. Das zeigt sich am hohen Wirtschaftswachstum und dem besseren Geschäftsklima. Ghana muss den eingeschlagenen Reformkurs jetzt konsequent fortsetzen, Korruption weiter bekämpfen und Verschuldung abbauen. Wir unterstützen das mit unserer Reformpartnerschaft, zum Beispiel mit der Stärkung des Rechnungshofs und der Steuerverwaltung. Die Steuereinnahmen haben sich so vervierfacht, die Zahl der Steuerzahler von einer auf fast zwei Millionen erhöht. Fördern und fordern – das ist auch der Kern unseres Marshallplans mit Afrika."

Ein weiterer Schwerpunkt ist Ausbildung. Müller wird ein Schulungszentrum für Trockenbau eröffnen, das gemeinsam vom Unternehmen Knauf und dem Entwicklungsministerium aufgebaut wurde. Dieses bietet 800 Ausbildungsplätze pro Jahr. Außerdem startet der Minister eine strategische Allianz mit europäischen und ghanaischen Unternehmen zur Qualifizierung im Textilsektor. Allein dadurch könnten 1.200 neue Arbeitsplätze entstehen, vor allem für Frauen.

Auf der Reise gibt Minister Müller auch den Startschuss für die Sonderinitiative "Ausbildung und Beschäftigung" in Ghana. In den nächsten drei Jahren sollen insgesamt 25.000 Ausbildungsplätze und 15.000 neue Jobs entstehen. "Mit diesen Initiativen für neue Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten verbessern wir ganz konkret die Zukunftsperspektiven der jungen Generation im eigenen Land", so Minister Müller.

Um Menschen noch gezielter in solche Angebote und in den heimischen Arbeitsmarkt zu vermitteln, hat das BMZ ein Beratungszentrum für Jobs, Migration und Reintegration in der Hauptstadt Accra gegründet. Müller will sich dort mit jungen Ghanaerinnen und Ghanaern austauschen. Das Beratungszentrum wurde im Dezember 2017 von Bundespräsident Steinmeier eröffnet. Im ersten Jahr seines Bestehens hat es bereits über 7.000 Maßnahmen zur Ausbildung, Job-Vermittlung und Unterstützung bei der Existenzgründung umgesetzt.

Quelle: www.bmz.de 


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