handicap internationalMünchen. - Die Zahl der von Streumunition getöteten oder verletzten Menschen ist das dritte Jahr in Folge gestiegen. Der Streubomben Monitor 2021 hat für das Jahr 2020 weltweit mindestens 360 Opfer dieser Waffe registriert, verglichen mit 317 im Jahr 2019 und 277 im Jahr 2018. Das ist ein Anstieg um 30% in drei Jahren, der vor allem auf neue Angriffe mit Streumunition während des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan im Oktober 2020 zurückzuführen ist.

Die diesjährige Konferenz der Mitgliedsstaaten des Oslo-Vertrags findet am 20. und 21. September statt. Dieser Vertrag verbietet den Mitgliedern den Einsatz, die Herstellung, die Lagerung und den Transfer von Streumunition. Die Hilfsorganisation Handicap International (HI) appelliert an alle Staaten, die noch nicht Vertragsparteien sind, dieser Leben rettenden Konvention beizutreten.

Der Streubomben Monitor 2021 bewertet die Umsetzung des Oslo-Vertrags für das Kalenderjahr 2020. Nach Möglichkeit wurden Informationen bis August 2021 mit einbezogen. Bis heute sind 110 Staaten dem Vertrag beigetreten. Der Streubomben Monitor wird von Expert*innen der Internationalen Koalition gegen Streubomben CMC (Cluster Munition Coalition) auf Grundlage weltweit erhobener Fakten erstellt. Handicap International ist Gründungsmitglied der CMC und im Redaktionsteam des Monitors. Insbesondere der Einsatz von Streumunition während des Konflikts in Berg-Karabach im Oktober 2020 haben einen erneuten internationalen Aufschrei gegen die Verwendung dieser barbarischen Waffe ausgelöst.

"Die Auswirkungen von Streumunition sind entsetzlich, insbesondere, wenn diese Waffe in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte eingesetzt wird", sagte Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland. "Alle Menschen, die im letzten Jahr durch Streumunition getötet oder verletzt wurden, stammen aus der Zivilbevölkerung. Streubomben treffen Menschen nicht nur bei ihrem direkten Einsatz, sondern auch noch Jahre danach: Nicht explodierte Munition bleibt lange Zeit eine tödliche Bedrohung für das Leben von Zivilist*innen. Der internationale Aufschrei gegen den Einsatz dieser Waffen - wie während des Konflikts in Berg-Karabach - unterstreicht die Tatsache, dass der Streubomben-Verbotsvertrag zu einer eindeutigen internationalen Norm geworden ist."

Quelle: www.handicap-international.de 


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