brot fdwBerlin. - Weltweit wird am 25. November der Internationale Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen begangen. Brot für die Welt ruft aus diesem Anlass zur Teilnahme an der Kampagne "Thursdays in Black" des Weltkirchenrates auf. Immer donnerstags tragen Menschen schwarze Kleidung und einen Anstecker mit dem Logo der Bewegung, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

"Donnerstags in Schwarz ist ein Zeichen für das kontinuierliche Engagement des Weltkirchenrats gegen alle Formen sexualisierter und geschlechtsbasierter Gewalt und für die Gleichberechtigung der Geschlechter", erklärte Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt. "Leider hat die Kampagne in den mehr als zwanzig Jahren ihres Bestehens nichts von ihrer Aktualität verloren."

Obwohl viele Länder Gewalt gegen Frauen durch Gesetze, spezifische Institutionen und Gleichstellungspolitik zu bekämpfen versuchen, hat sich das Ausmaß der Gewalt im letzten Jahrzehnt kaum verändert: Eine von drei Frauen erleidet in ihrem Leben physische oder sexualisierte Gewalt durch einen Beziehungspartner oder - seltener - sexualisierte Gewalt durch einen Fremden - etwa 736 Millionen weltweit.

Die Überwindung sexualisierter und geschlechtsbasierter Gewalt kann nur gelingen, wenn die historisch verwurzelten patriarchalen Geschlechter- und Machtverhältnisse aufgelöst werden. "Gesetze sowie gesellschaftliche Normen und Praktiken müssen die Gleichberechtigung der Geschlechter befördern, nicht behindern", sagte Dagmar Pruin. "Um das zu erreichen, müssen wir unsere politischen und gesellschaftlichen Anstrengungen sowohl innerhalb Deutschlands als auch in der Außen- und Entwicklungspolitik in Verbindung mit einer entsprechenden Finanzierung erheblich verstärken. Die neue Bundesregierung sollte diese Chance nutzen."

Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigen, dass zu den Betroffenen besonders viele junge Frauen zwischen 15 und 24 Jahren gehören. Bereits mit Mitte zwanzig hat eine von vier Frauen Gewalt durch ihren Partner erfahren.

Geschlechtsbasierte Gewalt ist in allen Kulturen und Gesellschaftsschichten präsent. In Ländern mit geringem Einkommen ist sie laut WHO besonders verbreitet. In den ärmsten Ländern haben etwa 37 Prozent aller Frauen physische und/oder sexualisierte Gewalt durch ihren Partner erlebt.

Covid-19 hat durch die pandemiebedingte Einschränkung der Bewegungsfreiheit sowie die Schließung von Gesundheitseinrichtungen und Gerichten das Risiko für Frauen weiter erhöht, so Brot für die Welt. Vielerorts haben Frauen Gewalt gegen sie bei Hilfstelefonen, Polizei oder Gesundheitspersonal angezeigt. Weitere Studien sind nötig, um das Ausmaß von geschlechtsbasierter Gewalt während Corona in ganzer Tragweite zu erfassen.

"Thursdays in Black" (Donnerstags in Schwarz) ist eine Kampagne des Weltkirchenrates, die aus der Ökumenischen Dekade der Kirchen in Solidarität mit den Frauen (1988 – 1998) entstanden und zu einer internationalen ökumenischen Bewegung geworden ist. Zu den Botschafterinnen der Kampagne gehört auch die ehemalige Präsidentin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel.

Quelle: www.brot-fuer-die-welt.de


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