g8 logoBerlin (epo.de). - 70 Prozent der Deutschen sind auch in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise für eine finanzielle Unterstützung armer Länder. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Umfrage der Hilfsorganisation Oxfam, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. Für 39 Prozent der Befragten ist es demnach wichtig, das derzeitige Niveau der Entwicklungshilfe beizubehalten. 31 Prozent stimmen sogar für eine Erhöhung der Ausgaben für arme Länder.

"Die Umfrage zeigt deutlich, dass die Deutschen auch und gerade in Krisenzeiten Entwicklungshilfe wichtig finden", sagte Tobias Hauschild, Referent für Entwicklungspolitik bei Oxfam Deutschland. In anderen G8-Ländern gebe es ähnliche Ergebnisse. "Die Krise darf keine Ausrede sein, arme Länder im Stich zu lassen. Gerade die Ärmsten sind unverschuldet in Not geraten und müssen noch stärker als bislang unterstützt werden", fordert Hauschild.

G8 SOLLEN ENTWICKLUNGSHILFE WIE VERSPROCHEN ERHÖHEN

Mehr als der Hälfte der Befragten möchte, dass Deutschland sein Versprechen einhält, bis zum Jahr 2015 arme Länder mit 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu unterstützen. Bislang sind es erst 0,38 Prozent, bis 2010 sollen es 0,51% sein. "Die Bundesregierung muss ihre Zahlungen bis 2010 um 2,7 Milliarden Euro erhöhen", forderte Hauschild.

Das 0,7-Prozent-Ziel stammt aus dem Jahr 1970 und wurde von den Vereinten Nationen als anzustrebene Quote für staatliche Entwicklungsleistungen (Official Development Assistance, ODA) verkündet.  

Anlässlich der Treffen der G8-Finanz- und Entwicklungsminister vom 11. bis 13. Juni in Lecce und Rom fordert Oxfam, die Ausgaben für Entwicklungshilfe deutlich anzuheben. "Die Finanzminister der G8 müssen sich auf die erforderlichen Erhöhung verständigen", sagte Hauschild. "Wegen der Wirtschaftskrise haben die armen Länder erheblich geringere Einnahmen - ohne externe Hilfe besteht die Gefahr, dass sie in Bereichen wie Gesundheitsfürsorge und Bildung sparen müssten - das wäre für die Armutsbekämpfung verheerend."

Die Meinungsumfrage wurde von der YouGovPsychonomics AG im Auftrag von Oxfam in Deutschland, Italien, Kanada, Großbritannien und Frankreich durchgeführt. Insgesamt wurden in den fünf Ländern 9962 Menschen befragt, 1951 davon in Deutschland.

Ergebnisse der Studie (PDF)
www.oxfam.de



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