gfbvGöttingen. - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Nigerias Staatspräsident Muhammadu Buhari vorgeworfen, die anhaltende Bedrohung der Zivilbevölkerung durch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram schön zu reden. "Die brutalen Aktivitäten Boko Harams werden bald Geschichte sein", habe der Präsident am Freitagabend bei einem Empfang erklärt, so die GfbV. Am Samstagmorgen seien zwölf Bauern in der Nähe der Stadt Maiduguri (Bundesstaat Borno) von Kämpfern der Terrorgruppe auf grausamste Weise mit Macheten-Hieben ermordet worden.

"Nigeria muss endlich die Zivilbevölkerung besser vor dem Terror Boko Harams schützen. Seit seiner Wahl im Jahr 2015 verkündet Buhari, dass Boko Haram in Kürze zerschlagen sein werde. Doch der Terror der Gruppe hält weiter an", sagte GfbV-Direktor Ulrich Delius in Göttingen.

Die Boko-Haram-Kämpfer hatten das Dorf Kuwa-Yangewa nahe der Provinzhauptstadt Maiduguri am Samstagmorgen überfallen und Bäuerinnen und Bauern bei der Feldarbeit gestellt. Überlebende Frauen berichteten laut GfbV, sie seien von den Kämpfern verschont und weggeschickt worden. Die 16 auf den Feldern arbeitenden Männer seien hingegen mit Macheten-Hieben angegriffen worden. Zwölf Personen seien dabei getötet und ihre Leichname zum Teil mit Macheten zerstückelt worden. Weitere vier Personen hätten den Überfall schwer verletzt überlebt. Nigerias Armee räumte bislang nur den Tod von zwei Menschen bei dem Terrorangriff ein.

Nachdrücklich kritisierte die Menschenrechtsorganisation die Informationspolitik der Armee und der Behörden. "Man schafft kein Vertrauen unter der Zivilbevölkerung, wenn das Ausmaß des Terrors Boko Harams systematisch verheimlicht oder schöngeredet wird", sagte Delius.

Staatspräsident Buhari hatte nach seiner Wahl im Jahr 2015 mehrfach versprochen, den Kampf gegen Boko Haram zur obersten Priorität seiner Regierung zu erklären und die Terrorgruppe innerhalb kürzester Zeit zu zerschlagen. Nun sei Nigeria schon wieder im Vorwahlkampf für die Wahlen im Jahr 2019 und Buhari komme noch immer mit den gleichen unglaubwürdigen Versprechungen, kritisierte die GfbV. Vor fünf Tagen hatte Boko Haram weltweit für Aufsehen gesorgt, als es eine entführte Rot-Kreuz-Helferin hinrichten ließ, weil die Regierung nicht zu Verhandlungen über ihre Freilassung bereit war.

Quelle: www.gfbv.de 


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