Wappen IrakBrüssel (epo). - Auf der Geberkonferenz für den Wiederaufbau im Irak haben Vertreter von 85 Staaten und internationaler Organisationen einen höheren Schuldenerlass und die schnellere Auszahlung von Finanzhilfen zugesagt. Die Nachbarstaaten im Nahen Osten wurden in einer gemeinsamen Erklärung aufgefordert, die Grenzen besser zu kontrollieren, um das Einsickern von Terroristen zu verhindern. UNO-Generalsekretär Kofi Annan rief die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, die Last des Wiederaufbaus und der Stabilisierung des Landes auf mehr Schultern zu verteilen.

Die Iraker erwarteten von der Konferenz die Unterstützung der Staatengemeinschaft auf dem steinigen Weg, einen stabilen, friedvollen und demokratischen Irak zu erreichen. "Mit unseren Worten und - noch wichtiger - mit unseren Taten müssen wir ihnen zusichern, dass wir sie nicht im Stich lassen", sagte Annan laut einer Mitteilung der Vereinten Nationen. Zusätzliche Finanzmittel wurden dem Irak auf der Konferenz allerdings nicht zugesagt. Der Schuldenerlass soll auf rund 80 Prozent erhöht werden.

Auf der von den USA und der EU gemeinsam veranstalteten Konferenz erging die Aufforderung an die irakische Regierung, die sunnitische Minderheit stärker an der Macht zu beteiligen. Der irakische Ministerpräsident, Ibrahim al-Dschaafari, forderte mehr Unterstützung bei der Aufstandsbekämpfung. In einer im Internet verbreiteten Erklärung, die dem Terrornetzwerk El Kaida zugeschrieben wurde, wurde die Konferenz als zum Scheitern verurteilter Versuch der US-Regierung gewertet, eine Niederlage im Irak zu verhindern.

US-Außenministerin Condoleeza Rice und der irakische Außenminister Hoschiar Sibari beklagten, Syrien lasse noch immer Terroristen über die gemeinsame Grenze in den Irak einreisen. Syriens Außenamtschef Faruk al-Schara wies diesen Vorwurf zurück und machte die USA und Israel dafür verantwortlich, dass sein Land aufgrund von Sanktionen seine Grenzen nicht besser kontrollieren könne.

Der deutsche Außenminister Joschka Fischer erklärte, am demokratischen Stabilisierungsprozess im Irak hätten alle Seiten ungeachtet ihrer früheren Haltung zum Irakkrieg dasselbe Interesse. Er verwies auf die deutsche Hilfe in Form eines Schuldenerlasses und der Ausbildung von Polizisten und Soldaten. Deutschland sei bereit, sich beim Wiederaufbau noch stärker zu engagieren, sagte Fischer.

 Vereinte Nationen


Back to Top