hbs_150Berlin. - Weltweit bringen Regierungen, Konzerne und "Finanzinvestoren" seit der Krise 2008 fruchtbares Ackerland in ihren Besitz, um es in fragwürdigen Verträgen an ausländische Unternehmer, multinationale Konzerne und Investmentfonds zu verpachten. Die Böll-Stiftung veranstaltet am 17. April eine Diskussion zum Thema "land grabbing" mit dem italienischen Journalisten Stefano Liberti, der jetzt ein Buch dazu veröffentlicht hat.

Vor allem in Afrika und Südamerika grassiert die Landnahme. Dort sind Land und Arbeitskräfte billig, es locken fantastische Gewinne. Ob als Produktionsort für Export-Gemüse und Agrartreibstoff oder schlicht als Spekulationsobjekt - der Wettlauf um die besten Böden ist in vollem Gange.

Die Folgen des land grabbing für Mensch und Natur sind bestürzend, so die Heinrich-Böll-Stiftung: Gerade dort, wo verheerende Hungersnöte herrschen, können die Einheimischen selbst nichts mehr zur Linderung ihrer Not beitragen. Die Abholzung von Regenwaldflächen, der Anbau von Monokulturen und die Umleitung von Flussläufen stören die empfindliche Ökologie unzähliger Hektar Land ebenso wie das weltweite Klima. Ein hochprofitables Geschäft, welches das Antlitz des Globus verändern wird.

Stefano Liberti, einer der bekanntesten investigativen Journalisten Italiens, hat sich auf die Reise ins Reich dieses neuen Kolonialismus begeben. Mit seinem Buch "Landraub. Reisen ins Reich des neuen Kolonialismus" legt er ein aufrüttelndes Dokument des land grabbing vor, zusammengestellt aus gründlich recherchierten Fakten, verdeckten Reportagen und Insiderberichten. Mit ihm sprechen Marita Wiggerthale von Oxfam Deutschland und Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter der Linken und Mitglied im Ausschuss wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Landraub. Reisen ins Reich des neuen Kolonialismus
Buchvorstellung und Diskussion
Datum: Dienstag, 17. April 2012, 19.30 - 22.00 Uhr
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin-Mitte
Eintritt frei, Anmeldung ist nicht erforderlich

www.boell.de

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