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Startseite Wirtschaft Tourismus Kinder in Reiseländern vor Prostitution schützen
Kinder in Reiseländern vor Prostitution schützen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Freitag, den 08. März 2013 um 11:12 Uhr

itb 60Berlin. - Viele Asien-Reisende möchten sich in ihren Urlaubsländern aktiv für den Schutz von Kindern gegen Prostitution engagieren. Das hat eine Umfrage des internationalen Kinderhilfswerks World Vision ergeben. Im vergangenen Jahr befragte World Vision 300 Touristen aus mehr als 30 Ländern, die in Südostasien Urlaub gemacht hatten. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Befragten erklärten, sie hätten Situationen beobachtet, die möglicherweise den Missbrauch von Kindern zum Ziel hatten. 85% von ihnen betonten, dass sie gern mehr darüber wissen würden, wie sie Kinder besser schützen und auf kritische Situationen reagieren könnten.

"Die Tourismusindustrie in Südostasien hat in den letzten Jahren rasant zugenommen", sagte Aarti Kapoor, World Vision Expertin für Kinderschutz, anlässlich der Tourismusmesse ITB in Berlin. "Dies hatte ein enormes Wirtschaftswachstum zur Folge, führte aber gleichzeitig dazu, dass viele Familien ihre traditionellen Lebensformen aufgegeben haben, um Arbeit in der Tourismusbranche zu finden. Viele Kinder halten sich an Plätzen auf, wo sie vielfältigen Gefahren ausgesetzt sind." Aus Deutschland besuchen ebenfalls sehr viele Touristen die Länder Asiens. Mehrere wurden wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verhaftet und sitzen weiter in Haft.

Nach Schätzungen von UNICEF sind weltweit 3 bis 4,6 Millionen Jugendliche und Kinder unter 18 Jahren Opfer von Kinderprostitution. Pädophile reisen oft in die Länder Asiens, da sie dort vermeintlich frei von Strafverfolgung sind. Im Umfeld von Tourismuszentren, wo Minderjährig häufig für Dienstleistungen angeheuert oder auch zum Betteln gezwungen werden, haben Ausbeuter oft leichtes Spiel.

Auch über das Internet wird die Nachfrage angeheizt und befriedigt. Auf der ITB will die Tourismus-Branche dieses Thema mit Kinderschutz-Experten wie Aarti Kapoor diskutieren. "Egal wo wir uns in der Welt aufhalten, wir alle sind verantwortlich für Kinder", betonte Kapoor, "insbesondere wenn es um Missbrauch geht. Darum ist es wichtig zu wissen, wie wir uns verhalten können und sollen, wenn wir Augenzeuge von kritischen Situationen werden."

Informationen für Reisende und Reiseveranstalter sind Teil eines Präventionsprojektes, das World Vision aktuell in Thailand, Kambodscha, Laos und Vietnam durchführt. Im Verbund mit nationalen Tourismus-Organisationen, Kommunen und  Reiseunternehmen wird in diesem Projekt daran gearbeitet, Kinderschutz bei allen Beteiligten stärker in den Blickpunkt zu rücken und Möglichkeiten zur Verhütung von Missbrauch zu nutzen. Mit Hilfe von Ausbildung, Trainings, öffentlichen Kampagnen, Telefon-Hotlines sowie über soziale Medien wird Aufklärung betrieben und Hilfe angeboten. So soll eine Umgebung geschaffen werden, in der Kinder sicher sind.

Touristen werden aufgefordert, sich aktiv zu engagieren, wenn sie auf Fälle von Kindesmissbrauch und Ausbeutung stoßen. So sollen sie umgehend Fälle melden, in denen Kinder Gefahren ausgesetzt sind oder Anzeichen für Missbrauch bestehen. Geld an Straßenkinder zu verteilen, sei keine nachhaltige Hilfe, so World Vision. Es sei besser, Organisationen zu unterstützen, die sich um Straßenkinder und deren Familien kümmern. Touristen sollten Hotels und Reiseveranstalter auswählen, die Kinderschutzrichtlinien eingeführt haben.  

www.childsafetourism.org
www.world-vision.de/reisetipps

 

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