GoldkampagneKöln (epo). - Angesichts anhaltender Menschenrechtsverletzungen haben 19 zivilgesellschaftliche Organisationen aus elf Ländern die Regierungen weltweit aufgefordert, "den verantwortungslosen Goldabbau zu stoppen". Auf Initiative des Food First International Action Networks (FIAN) unterzeichneten sie gemeinsam die Berliner Erklärung "Stoppt den unverantwortlichen Goldabbau".

Der Goldabbau wird von wenigen multinationalen Konzernen aus Australien, Kanada, Südafrika und den USA kontrolliert. Die Organisationen rufen die Regierungen dieser Länder auf, Bergbauunternehmen für Menschenrechtsverletzungen im Ausland zur Rechenschaft zu ziehen. Dazu gehöre sowohl eine strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen als auch eine angemessene Entschädigung der Opfer.

Weltweit werden durch den industriellen Goldbergbau fruchtbares Land, Flüsse und Grundwasser zerstört. Die Hauptursache sind FIAN zufolge der hohe Verlust an Land und Wasser für Tagebauminen sowie saure Grubenwässer und Zyanidunfälle. Für die ländliche Bevölkerung bedeute dies in der Regel den Verlust ihrer Lebensgrundlage und damit eine Verletzung ihres Menschenrechts auf Nahrung. Den staatlichen Umweltämtern fehle oftmals die Kapazität, die Unternehmen angemessen zu kontrollieren. Niedrige oder fehlende gewerbliche Wassernutzungsgebühren und fehlende bindende Umweltstandards begünstigten Verletzungen des Menschenrechts auf Wasser der lokalen Bevölkerung.

In Guatemala habe die Regierung das Recht auf Wasser der lokalen Bevölkerung verletzt, da sie die Goldmine Marlin des kanadischen Unternehmens Glamis Gold genehmigte, ohne die Auswirkungen auf den Zugang zu Wasser für die Bevölkerung angemessen zu untersuchen. Zu dieser Bewertung kommt eine aktuelle Studie von FIAN und Misereor. FIAN und das katholische Hilfswerk haben die Weltbanktochter IFC (International Finance Corporation) aufgefordert, einen 2004 bewilligten Kredit für die Mine zurückzunehmen, da die indigene Bevölkerung nicht den Vorgaben der ILO-Konvention 169 und Weltbankstandards entsprechend konsultiert worden sei.

FIAN appellierte an die Regierung von Ghana, "die unverantwortlichen Aktivitäten des kanadischen Unternehmens Bogoso Gold Limited zu stoppen". Die Menschen in der 20.000 zählenden Stadt Prestea wehrten sich dagegen, dass die Tagebau-Gruben sich in die Stadt fressen und ihre Lebensgrundlagen zerstören. Die Grube beginne wenige Meter hinter dem Krankenhaus, über der gesamten Stadt hänge Staub. Die Erschütterungen hätten an vielen Gebäuden Risse hinterlassen.

Besondere Sorgen machen sich die Menschen in Prestea über die Auswirkungen der Mine auf das Grund- und Oberflächenwasser. Die einzige Quelle der Stadt ist unter Abraumhalden verschwunden, der Fluss verseucht und die langfristige Trinkwasserversorgung nicht gewährleistet. Anfang September 2005 besuchte eine Delegation der FIAN Goldkampagne Prestea und das Dorf Dumase, in dem es Oktober 2004 einen Zyanidunfall gab. In dieser Woche finden Verhandlungen zwischen der Concerned Citizens Association of Prestea und dem Unternehmen unter Beteiligung der staatlichen Umweltbehörde statt.  Die internationale Kampagne no-dirty-gold hat eine Emailaktion gestartet: actionnetwork.org/campaign/bogoso

? FIAN Deutschland


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