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Women Breaking Borders: 15 WiE – wie immer wird es laut!
From Friday, 22. September 2017
To Sunday, 24. September 2017
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Was: Women in Exile, Freundinnen und Schwestern organisieren eine Konferenz!!

Dieses Jahr werden Flüchtlingsfrauen wieder laut und organisieren eine bundesweite Konferenz unter dem Motto “Frauen durchbrechen Grenzen”.Das haben wir auf dem Evaluationstreffen nach unserer Sommerbustour 2016 beschlossen, bei dem Aktivistinnen von Women in Exile, Flüchtlingsfrauen* aus unserem bundesweiten Netzwerk und Gruppen, die mit geflüchteten Frauen arbeiten, dabei waren.

Als Frauen* sind wir mit sexistischen und rassistischen Grenzen konfrontiert und allen möglichen Vorurteilen ausgesetzt. Als geflüchtete Frauen* stehen wir vor, während und nach der Flucht vor vielen inneren und äußeren Grenzen. Die Ziele unserer Konferenz sind:

Über Grenzen hinweg unsere Netzwerke spinnen und vertiefen

Empowerment für Frauen*, sexistische und rassistische Grenzen zu durchbrechen

Gemeinsam Strategien finden, wie wir Grenzen überwinden können, z.B. Abschiebungen verhindern, Lager abschaffen, etc.

Die politische Perspektive Geflüchteter in die Diskussion um Fluchtgründe bringen

Einen Raum für Flüchtlingsfrauen* schaffen, in dem wir Grenzen überwinden und mit unseren Talenten unsere Gemeinschaft stärken

Wir brauchen unsere gegenseitige Solidarität, um innere und äußere Grenzen/Barrieren zu überwinden. Lasst uns zusammen klarstellen, dass keine Grenze zu hoch, zu tief oder zu massiv ist, wenn Frauen* sich zusammenschließen!

Jingle zum Download findet ihr hier: 

Die (möglichen) Themen der Konferenz sind
a) Warum wollen sie uns abschieben!!!
Als geflüchtete Frauen haben wir doppelte Diskriminierung erlebt, nicht nur durch rassistische Gesetze gegen Flüchtlinge, sondern auch als Frauen. Wir sind Frauen, die in dieser Gesellschaft leben, aber unsere grundlegenden Rechte als Frauen werden uns vorenthalten. Die Realitäten geflüchteter und migrantischer Frauen in dieser Gesellschaft werden dadurch unsichtbar gemacht, dass wir nur als Opfer ohne Stimme gesehen werden. Dies ist nach den Ereignissen der Kölner Silvesternacht 2015 passiert und passiert wieder und wieder. Verantwortliche Politiker_innen führen neue diskriminierende Gesetze ein, die im Namen von “Frauenrechten” Abschiebungen erzwingen sollen. Welche Frauen sind hier gemeint? Wir als “Women in Exile and Friends” lehnen solch eine Teilung unter uns vehement ab.
b) Ist es möglich, aus Erfahrungen der Vergangenheit zu lernen: Vergangene und aktuelle feministische Kämpfe:Seit Jahrhunderten und Jahrzehnten organisieren sich Frauen, um gege Rassismus und Sexismus zu kämpfen. Heute organisieren sich Frauen mit den gleichen Zielen. Diese Kämpfe gehen von unterschiedlichen Gruppen aus, die gesellschaftliche diskriminiert und marginalisiert sind. Jede Gruppe kämpft für ihre spezifischen Anliegen. Wir brauchen ein Netzwerk untereinander, damit “dein struggle mein struggle” werden kann. Ist es möglich, aus vergangenen Erfahrungen und Fehlern zu lernen?
c) Wie beeinflussen die neuen Gesetze unseren Aufenthalt:
Die Gesetze, die das Leben Geflüchteter regeln werden in letzter Zeit verschärft, um es wesentlich leichter zu machen, Asylsuchende abzuschieben, sogar, wenn sie krank sind. Das Dublin-System wird wieder gestärkt. Die EU versucht unter allen Umständen, Menschen davon abzuhalten, nach Europa zu kommen. Anstatt das Menschenrecht auf Asyl zu gewähren, werden Menschen wie Kriminelle behandelt, sobald sie europäischen Boden betreten. Sogar die, die deutsche Staatsbürger_innen heiraten, müssen den Behörden nachweisen, dass sie tatsächlich zusammenleben. Die mit Kindern deutscher Väter werden genauestens inspiziert bis zu dem Grad, dass sie gezwungen werden, einen DNA-Test zu machen. Das alles bedeutet, dass der Staat zwar Integration predigt, andererseits aber alles mögliche versucht, damit Asylsuchende in permanenter Angst vor Abschiebung zu belassen. Oft fehlen uns die Macht, die Kontakte und die Informationen, um mit diesen Problemen gut umzugehen.
d) Gesundheit:
Das „Asylbewerberleistungsgesetz“ wurde 1993 eingeführt, um Asylsuchende davon abzuhalten, nach Deutschland zu kommen oder hier zu bleiben. Es ist rassistisch und diskriminierend. Das Gesetz gibt vor, dass nur die Behandlung von akuten Krankheiten oder Schmerzen bezahlt wird. Für jede weitere Behandlung ist ein individueller Antrag beim Sozialamt nötig. Das bedeutet, dass unqualifizierte Personen über unsere Gesundheit entscheiden! Trotz der in einigen Regionen neu eingeführten Gesundheitskarte: “Spezialbehandlungen” erfordern immer noch die Erlaubnis des Sozialamts und die Ärtzinnen und Ärtze behandeln uns nicht, sobald sie sehen, dass wir Flüchtlinge sind. Sogar nach dem “Asylbewerberleistungsgesetz” hat jede Frau das Recht, zu der Gynäkolog_in, die sie aussucht zu gehen und während der Schwangerschaft und nach der Geburt von einer Hebamme begleitet zu werden. Jede schwangere Frau kann selbst entscheiden, wie sie ihr Kind bekommen will. Die Ärtzt_innen bekommen mehr Geld, wenn sie einen Kaiserschnitt durchführen. Deshalb machen sie oft einen Kaiserschnitt, ohne die Flüchtlingsfrauen überhaupt zu informieren oder es zu erklären. Und viele Frauen kennen ihre Rechte nicht.

e) Arbeitsmarkt:
Was sind unsere Möglichkeiten, unseren Traumjob zu bekommen und/oder unsere Ausbildung oder Studium für den Arbeitsmarkt anerkennen zu lassen?
Flüchtlinge haben Fähigkeiten und Qualifikationen aus ihren Heimatländern, aber können dies oft nicht nachweisen, z.B., weil sie keine Dokumente mitbringen konnten. Die, die ihre Dokumente mitbringen konnten, müssen sie übersetzen lassen und im deutschen Bildungssystem einstufen lassen. Das ist ein schwieriger, teurer und langwieriger Prozess, der dazu führt, dass Flüchtlinge Arbeitsangebote annehmen, die sie in den Arbeitsmarkt integrieren sollen und eventuell eine Abschiebung verhindern können. In anderen Worten: Jobs zum Überleben. Dies führt oft zu einer Menge Frustration.
f) Sexuelle Gewalt:
Wie können wir uns gegen sexuelle Gewalt verteidigen?
Frauen sind generell mit physischer und sexueller Gewalt durch unterschiedliche Täter konfrontiert, ob beispielsweise im Lager, am Arbeitsplatz oder in anderen gesellschaftlichen Räumen. Es ist wichtig, die Rechte, die Frauen in diesen Situationen haben, zu kennen und zu wissen, wie die Angriffe verhindert werden können. Frauen erfahren physische und sexuelle Gewalt in ihren Heimatländern, auf den gefährlichen Fluchtrouten und erleben sie täglich in den Unterkünften.
g) Kritische Unterstützung:
Es ist wichtig, Rassismus, Sexismus und Homophobie im Zusammenhang mit der Flüchtlingsbewegung anzusprechen. Nach außen versuchen wir, gemeinsam zu kämpfen, aber von innen gibt es viele Trennlinien, die an Privilegien hängen. Manche von uns sind rassistisch, sexistisch oder homophob, ohne es überhaupt zu merken. Es kommt machmal von den Geflüchteten, manchmal von den Unterstützer_innen. Es ist wichtig, die eigenen Grenzen bezüglich der “Unterstützung” zu kennen. Unterstützer_innen verwenden manchmal viel Energie darauf, zu versuchen, Individuen zu unterstützen, aber vergessen, dass die dies nicht für immer tun können und das es viel wichtiger wäre, diese Individuen zu empowern: “Gib mir nicht die Fische, sondern zeig mir, wie man fischt.”
Wir lehnen das Konzept ab, in dem die Unterstützer_in – Unterstützte- Beziehung darauf reduziert wird, dass ein Teil nur gibt oder der andere nur nimmt. Stattdessen wollen wir an unserem eigenen Konzept der gemeinsamen Arbeit in Solidarität weiterarbeiten.
e) No Lager:
Die meisten Unterkünfte sind isoliert und liegen meistens in Gegenden außerhalb der Städte, in denen es keine regelmäßigen öffentlichen Verkehrsmittel oder Nachbar_innen gibt und sind eingzäunt. Die Gebäude sind unterschiedlich: Alte Militärbaracken, Sporthallen, Container, neue kleine Containerdörfer, Zelte und natürlich auch neuen kleinen frisch renovierten Häuser in den Innenstädten. In den Lagern gibt es viel Diskriminierung und Rassismus der Bewohner_innen untereinander. Das führt Konflikten, die in physische und sexuelle Gewalt münden, meistens gegen Frauen. Das Lager-Unterbringungssystem ist gemacht, um uns zu entmutigen und uns vom Rest der Gesellschaft zu ignorieren. Wir müssen gemeinsam aufstehen für unsere Rechte als Frauen, die in dieser Gesellschaft leben.

Location Rosa Luxemburg Stiftung | Franz-Mehring-Platz 1 | 10243 Berlin
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